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08 Juni 2021

Mein schöner Garten

Sabine Thiebes, 1928 geboren, sitzt zufrieden in ihrem Zimmer im Zentrum für Betreuung und Pflege in Bonn. Gerne erzählt sie von dem schönen Garten, den sie hatte, als sie noch in ihrem Haus lebte.

Es war der Vorgarten, der ihr besonders viel Freude machte. Sie hatte unzählige Tulpen gepflanzt und immer kamen neue, „auch dort, wo ich gar keine gepflanzt hatte“. Dazwischen wuchsen die Rosen, die so dufteten, dass sogar die Nachbarn gegenüber den Duft mitbekamen.

Irgendwann wurde auf dem Nachbargrundstück gebaut. Es ging nicht anders, die Arbeiter mussten zum Grundstück durch ihren Garten laufen. Obwohl sie vorsichtig waren, zertrampelten sie viele Blumen. Frau Thiebes einigte sich mit den Männern so, wie sie es in ihrem Leben immer getan hat und noch heute tut: Sie handelte eine für beide Seite gute Lösung aus. Die Männer durften weiterhin durch den Garten gehen. Wenn es sein musste, durften sie sogar über die Blumen laufen, mussten aber versprechen, nach Beendigung ihrer Arbeit alles wieder neu und ordentlich zu machen. Und dieses Versprechen haben sie dann auch gehalten. Der Garten wurde wieder wunderschön. Die Arbeiter liebten Frau Thiebes, die stolzen Besitzer des neuen Hauses wurden gute Nachbarn und schenkten ihr einen wunderschönen Blumenstrauß als Dank. Niemand war verärgert und alle lebten gut zusammen.

Sabine Thiebes und ihr grüner Daumen

 

Eine Spinalkanalverengung macht Frau Thiebes das Leben manchmal schwer. Aber wenn sie im Garten arbeitete, spürte sie ihre Beschwerden nicht. Sie zupfte Unkraut, beschnitt die Rosen und freute sich an der Farbpracht der Tulpen. Blumen haben ihr immer gefallen; deshalb ist sie so erfreut, dass der Soziale Dienst in ihrem neuen Zuhause immer wieder frische Blumen auf die Tische im Gemeinschaftsraum stellt. „Das macht alles schöner“, meint sie und betont, dass es ihr gut gehe in ihrem neuen Heim. „Ich habe ein zufriedenes und glückliches Leben geführt und werde das auch hier weiterführen.“

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