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15 Mai 2018, Menschen bei KORIAN

Unser Regionalleiter Martin Grünitz zum Thema Pflegeplätze

Regionalleiter der Region Süd-Mitte Martin Grünitz beantwortet in einem Interview mit dem Online-Magazin Guter Rat.de interessante Fragen zum Thema Pflegeplatz.

Was ist den Heimbewohnern bei der Wahl eines Pflegeheimes besonders wichtig (Lage, Einzelzimmer, Arzt im Haus …)?

Meiner Erfahrung nach wollen die meisten Senioren vor allem so nah als möglich an ihrem Wohnort bleiben, damit sie ihr vertrautes Umfeld erhalten können. Angesichts zunehmender Hilfebedürftigkeit möchten manche aber auch bewusst in die Nähe ihrer Kinder ziehen, damit diese sich leichter kümmern können. Natürlich gibt es Familien, die für sich selbst gewisse Kriterien definiert haben, beispielsweise Einzelzimmer oder die Nähe zu öffentlicher Infrastruktur, Arztpraxen, Geschäften oder Bushaltestellen. Andere wieder legen viel mehr Wert auf einen schönen Garten oder spezielle Veranstaltungsangebote, die der Senior besonders schätzt. Für alle gilt aber eines: Bei so einem schwerwiegenden Schritt zählt vor allem das Gefühl, ob man sich im Haus gut aufgehoben fühlt. Atmosphäre, herzlicher Umgangston, eine heitere, gelassene Stimmung – das sind die wichtigsten Kriterien. Ich würde jeder Familie raten, sich hier auf den ersten Eindruck und auf ihr Bauchgefühl zu verlassen. Zuwendung, Aufmerksamkeit und Wertschätzung kann man sehen und fühlen. Ein gepflegter, freundlicher Eingangsbereich, Mitarbeiter, die einen hilfsbereit beim ersten Besuch ansprechen, Bewohner und Gäste grüßen, sind die besten Indikatoren für eine gute Einrichtung. Ob es ein supermodernes Haus sein soll oder eher eine gemütliche und familiäre Einrichtung mit Charme und Charakter, das ist reine Geschmackssache, hier würde ich keine Verallgemeinerungen machen wollen.

Haben sich die Ansprüche der Bewohner im Laufe der letzten zehn Jahre verändert?

Aber selbstverständlich. Zum einen ist es ja bekannt, dass durch die verschiedenen Reformen, der Aufenthalt in einer stationären Pflegeinrichtung auf die späteren und schwereren Phasen der Pflegebedürftigkeit eingeschränkt werden soll. Zum anderen sind die Bewohner und Angehörigen nicht mehr aus der Nachkriegszeit. Damals war es üblich vor allem dankbar und ergeben zu sein – vor allem gegenüber einer „Institution“ wie dem Heim oder dem Krankenhaus. Stichwort: strenge Oberschwester. Und wissen Sie was, ich finde das gut. Ich als Marketing-Spezialist bin schon immer der Meinung, dass Kundenorientierung, Servicekultur und die Kommunikation auf Augenhöhe im Bereich der Pflege sagen wir mal ausbaufähig ist. Dass die Bewohner und Familien das jetzt aktiv einfordern, macht mir große Freude. Dass wir mit der Zeit gehen müssen und Ausstattung, Erreichbarkeit sowie Equipment auf dem aktuellen Stand zu sein haben, versteht sich von selbst.

Hat sich die Verweildauer der Bewohner im Heim im Laufe der letzten zehn Jahre verändert?

Wie schon geschildert haben die Rahmenbedingungen für eine massive Veränderung gesorgt. Hier nenne ich den Ausbau an ambulanten Strukturen, sowie Tages- und Kurzzeitpflege. Dies führt natürlich dazu, dass Menschen nur noch in eine Pflegeeinrichtung ziehen, wenn es unbedingt erforderlich ist. Früher kamen die Menschen zu uns, weil sie sich sicher und geborgen fühlen wollten, die alltägliche Versorgung unzureichend war oder Vereinsamung drohte. Wie wir aus der Praxis wissen, ist der Besuch eines ambulanten Dienstes einmal pro Woche kein Mittel gegen Einsamkeit. In unseren Augen kommen die Senioren oft viel zu spät zu uns in die Einrichtungen. Sind sie mal angekommen blühen sie auf, da sie Anregungen, soziale Kontakte, unglaublich viel Ansprache und Aktivitäten bei uns erleben, nachdem sie viele, viele Jahre kaum mehr ihr Haus verlassen konnten. Dieser Trend wird durch die Gesetzgebung mit massiven Anreizen verstärkt: In der ambulanten Versorgung kann ein Pflegebedürftiger inzwischen viel höhere finanzielle Unterstützung erhalten als in einer stationären Pflegeeinrichtung – insbesondere in den unteren Pflegegraden.

 

 

 

 

 

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