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23 November 2018, KORIAN Insider

Was ist im Umgang mit dementiell erkrankten Menschen zu beachten?

Drei Fragen an Kristina Schwendner, ehemalige Wohnbereichsleitung des Demenzbereich im Haus Evergreen in Schnaittenbach.

Worauf ist bei der Kommunikation mit einem an Demenz erkrankten Menschen zu achten?

Personen, die an Demenz erkrankt sind, fehlt zunehmend die Fähigkeit komplexe Sätze zu verstehen. Zusammenhänge, die für die Betroffenen unklar sind, verstärken die Verwirrung und den Verlust der Orientierung. Dies kann sogar zu Rückzug, Abwehr, Wut und Aggression führen. Daher ist es wichtig bei der Kommunikation mit an Demenz erkrankten Menschen darauf zu achten, dass der Betroffene weiß, dass er gerade gemeint ist. Der Betroffene sollte also immer von Vorne und mit seinem Namen direkt angesprochen werden. Außerdem empfiehlt es sich auf eine langsame und deutliche Sprache, verpackt in kurzen Sätzen, zu achten.

Welche Therapieformen können bei an Demenz erkrankten Personen angewendet werden, ohne auf Medikamente zurückgreifen zu müssen?

Die passende Therapie wird daran festgelegt, wie weit die Erkrankung des Betroffenen fortgeschritten ist. Bei Menschen, die sich im Anfangsstadium von Demenz befinden wird häufig eine Realitätsorientierung (ROT) angewendet. Im vorwiegend fortgeschrittenen Stadium von Demenz findet die Basale Stimulation meist Anwendung. Durch Berührungen mit verschiedenen Materialien wird versucht, den Kontakt zu den Betroffenen aufzunehmen, um ihnen den Zugang zu ihrer Umgebung und ihren Mitmenschen zu ermöglichen und somit eine neue Lebensqualität zu erlangen. Um die Reize der an Demenz erkrankten Person zu steuern und zu ordnen, sowie Interesse zu wecken und alte Erinnerungen hervorzurufen eignet sich auch hervorragend das Snoezelen Angebot. Umgeben von leisen Klängen und Melodien in einem warmen Raum werde spezielle Lichteffekte beobachtet, die neuen Impulse wecken sollen. Ebenso wichtig dabei ist stets die Biografiearbeit, da man hier die an Demenz erkrankten Personen sehr gut erreichen kann. Meist können sich die Betroffenen an bereits weit zurückliegende Ereignisse noch sehr gut erinnern.

Welche Tipps und Ratschläge können Sie Angehörigen bei dem Umgang mit an Demenz erkrankten Familienmitgliedern geben?

Wichtig ist es, ruhig und geduldig zu bleiben. Man sollte den Betroffenen trotz seiner Erkrankung akzeptieren und respektieren, denn er ist noch immer der gleiche Mensch wie vor seiner Demenzerkrankung. Ich würde Angehörigen auch empfehlen, Hilfe von außen hinzuzuziehen z.B. in Form von Pflegediensten oder Selbsthilfegruppen.

Kristina Schwendner, Pflegedienstleitung im Haus Evergreen Schnaittenbach
Kristina Schwendner, Pflegedienstleitung und ehemalige Wohnbereichsleitung des Demenzbereichs in der Einrichtung in Schnaittenbach, kann eine langjährige Expertise im Umgang mit an Demenz erkrankten Menschen vorweisen.

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