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02 Juli 2018, KORIAN Insider

Wer stellt eine Pflegebedürftigkeit meines Angehörigen fest?

Wir beantworten Ihre Fragen rund um das Thema Pflege.

Ist bei einer Person die Pflegebedürftigkeit bereits eingetreten oder aufgrund eines Krankheitsbildes wie beispielsweise beginnender Demenz schon abzusehen, so haben Sie in Deutschland einen Anspruch auf Unterstützung durch die Pflegeversicherung. Um konkrete Leistungen der Pflegekasse beziehen zu können, muss die Pflegebedürftigkeit jedoch vom Medizinischen Dienst der Krankenversicherung (MDK) in einem Gutachten offiziell festgestellt werden.
Pflege- und Hilfsbedürftigkeit wird anhand der Selbstständigkeit in sechs wesentlichen Bereichen des Lebens gemessen. Die Gutachter des MDK kommen auf Antragstellung ins Haus und bewerten den Grad der Pflegebedürftigkeit unter Berücksichtigung der vorhandenen körperlichen und kognitiven Ressourcen. Dabei werden die ärztlichen Diagnosen, Entlassungsberichte von Krankenhäusern sowie Dokumentationen oder Berichte von Pflegediensten und anderen Versorgern berücksichtigt.
In einem solchen Gutachten werden folgende Bereiche detailliert betrachtet:

  • Mobilität:
    Körperliche Beweglichkeit, Fortbewegung innerhalb der Wohnung oder des Wohnbereichs, Treppensteigen.
  • Kognitive und kommunikative Fähigkeiten:
    Orientierung zu Ort und Zeit, Verstehen und Sprechen, Risiken erkennen, Sachverhalte begreifen, andere Menschen im Gespräch verstehen.
  • Verhaltensweise und psychische Problemlagen:
    Bsp.: Abwehr pflegerischer Maßnahmen, nächtliche Unruhe oder auch Ängste und Aggressionen
  • Selbstversorgung:
    Bsp.: selbstständig Waschen und An- bzw. Ausziehen, Essen und Trinken, selbstständige Benutzung der Toilette.
  • Umgang mit krankheits- und therapiebedingten Belastungen:
    Bsp.: Medikamente selbst einnehmen, Blutzuckermessungen selbst durchzuführen und deuten zu können; gut mit einer Prothese oder einem Rollator zurechtzukommen; selbstständige Bewältigung von Arztbesuchen
  • Gestaltung des Alltagslebens und sozialer Kontakte:
    Bsp.: den Tagesablauf selbst planen und gestalten können; Soziale Kontakte suchen/finden und erhalten können. 

Für jeden Bereich werden vom Gutachter Punkte vergeben, die unterschiedlich gewichtet sind. Die Gesamtpunktzahl ergibt dann den Pflegegrad. Über unseren Pflegegradrechner können Sie bereits einen ersten Überblick hinsichtlich einer möglichen Einstufung erhalten. Hier gelangen Sie zu unserem Pflegegradrechner.

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